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Wie wurde ich Bloggerin?


Zusammen unterwegs auf Banat-Tour

Verba volant, scripta manent ! Worte verfliegen, Geschriebenes bleibt !


Manchmal muss man innehalten und zurückblicken. Nicht nur Annalen und Chroniken, die in der Geschichte wichtige Primärquellen darstellen, sondern auch das Leben bietet Wegmarken, die dazu geeignet sind, darüber nachzudenken, was man schon geschafft hat und wo man hin will.

Seit über einem Jahr stelle ich nun Geschichten und Essays auf die von Hans Rothgerber geschaffene Internetseite banat-tour.de. Den ersten Text hatte ich schon in Zeiten des Lockdowns der Corona-Krise verfasst, ohne zu wissen, wo ich ihn veröffentlichen konnte. Er handelte von dem Postkartenalbum meiner Urgroßmutter, das Ansichtskarten aus der Jugendstilzeit und der Zeit des ersten Weltkriegs enthielt. Ich veröffentlichte meine Untersuchung dieses Banater lokalgeschichtlichen Quellenmaterials in Printmedien. Danach landete sie schließlich, neben vielen anderen Texten, die ich in der Zwischenzeit geschrieben hatte, auf dem Blog der Website. Zwanzig Jahre lang hatte ich zuvor als Gästeführerin nur durch das gesprochene Wort Wissen vermittelt, nun versuchte ich etwas Bleibendes zu schaffen.


Ich wurde ohne es vorgehabt oder geplant zu haben zur Bloggerin. Doch was ein Blog eigentlich ist, das fragte ich mich erst vor Kurzem. Laut Definition handelt es sich dabei um eine Wortkreuzung aus Web und Log (Buch), die ein öffentlich einsehbares Journal bezeichnet. In diesem kann mindestens eine Person regelmäßig Buch führen, Sachverhalte protokollieren oder Gedanken niederschreiben. Bei einem Logbuch denkt man ja hauptsächlich an die Schifffahrt, wo die täglich geführten Aufzeichnungen dazu dienen, den Kurs zu halten und zu dokumentieren. Im übertragenen Sinn ist das auch sehr zutreffend für unsere Banat-Tour und gibt ein schönes Bild ab. Inzwischen ist ein Kreis von Autorinnen- und Autoren entstanden, der Geschichten und Gedichte schreibt, die mit einer speziellen und für uns besonderen Region zu tun haben, nämlich mit dem Banat. Dabei macht Hans Rothgerber, dem wir auch Fotos und Videos zu verdanken haben, als souveräner Admin die Beiträge für eine wachsende Besucherschar zugänglich, die sich nicht nur aus Banater- und Rumäniendeutschen zusammensetzt, sondern auch Menschen ohne diesen Background anspricht. Besuchern, die an der Kultur und den Bräuchen der Banater Schwaben interessiert sind, werden die Geschichten von Brigitte Maxa zu schätzen wissen, der ich hiermit den Titel der Schwaben-Chronistin unserer Tour verleihen möchte. Für unsere Kinder und Enkel hält sie zusammen mit dem Paulischer Brasilianer Hack Toni Erinnerungen aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend in Paulisch fest. Auch Emanuel Knöbl, der inzwischen seine lustigen Geschichten vom kleinen Emil als Buch veröffentlicht hat, spricht Alt und Jung an.

Ein an Kunst und Literatur interessiertes Publikum kann bei uns Poetinnen und Poeten entdecken wie Katharina Eismann oder Delk Danwe, Schriftstellerinnen wie Yvonne Hergane oder Eva Filip und Betrachtungen zu Bildern von Walther Andreas Kirchner, Franz Ferch und Stefan Jäger lesen.

Doch auch jemanden aus meinem privaten Umfeld möchte ich hier vorstellen und würdigen. Frau Theresia Reingruber, die vorher unzählige Artikel für die Banater Post verfasst hat, teilte mit uns wertvolle Gedanken zu ihrer alten Heimat. Mit ihr auch unser geschätzter ehemaliger Paulischer Dr. Matthias Plack, der zeigt, dass man auch im fortgeschrittenen würdigen Alter so modern und offen sein kann, das Medium Blog für sich zu entdecken.

Eine Gruppe von Profis und Laien also, die zusammen unterwegs ist und auch die Leser und Rezipienten mitnimmt, die zum Teil täglich unsere Adresse besuchen und deren Zahl stetig zunimmt.


Doch wie wird man eine erfolgreiche Bloggerin oder ein erfolgreicher Blogger? Um diese Frage zu beantworten, möchte ich kurz ein Buch vorstellen, dessen Autor der Musiker Freddy Stauber ist. Er schickte es mir zusammen mit seiner Biografie und wundervollen CDs, aus denen wir schon Songs für das eine oder andere Video verwenden durften.

Der schmale Band, der jedoch viel beinhaltet, ist vor allem ein Leitfaden, um wie Freddy ein erfolgreicher Gitarrist zu werden und trägt den Titel: Aș putea oaredevin muzician…?! (Könnte ich wohl Musiker werden?) und ist bisher nur auf rumänisch erschienen. Freddy wendet sich darin einerseits an die Menschen, die Gitarre spielen lernen wollen. Er legt dar, dass es dazu mehr braucht als Disziplin und Beharrlichkeit beim Üben des Instruments. Das Buch ist zur Veranschaulichung gespickt mit interessanten Zitaten berühmter Gitarristen von Jimi Hendrix und Carlos Santana bis zu Eric Clapton und Mark Knopfler. Freddy schreibt auch von so unterschiedlichen Dingen wie Einfühlsamkeit, Selbstbewusstsein und Hartnäckigkeit, die nötig sind, um ein Instrument zu beherrschen. Die letzten Kapitel, in denen es streng genommen nicht mehr um die Musik geht, lassen sich auf jede andere Kunstform übertragen, können gar als Ratgeber für's Leben gelten. Um erfolgreich zu sein in dem was einem wichtig ist, wird empfohlen, sich der Sache mit Elan und Enthusiasmus zu verschreiben und keine halben Sachen zu machen. Eine Familie zu haben, ist dafür laut Freddy kein Hindernis, sondern sogar hilfreich, da sie dem Künstler Stabilität gibt. Um sein Ziel zu erreichen muss man auch mit Rückschlägen umgehen können und Schwierigkeiten überwinden, empfiehlt Freddy.

Leider spiele ich kein Instrument, aber das Buch war mir Inspiration und Leitfaden für meine Arbeit auf der Banat-Tour. Ein Motivationsbuch für die Frage, könnte ich wohl eine erfolgreiche Bloggerin werden, für das ich Freddy Stauber sehr dankbar bin. Es wäre ein Gewinn, wenn es bald auch ins Deutsche übersetzt werden würde.

Unser Banat-Tour Blog ist übrigens unabhängig, unbestechlich und ehrenamtlich aus Überzeugung. Nur Künstler deren Werk uns beeindruckt hat, möchten wir gerne noch bekannter machen.


Wir, die Macher der Banat-Tour, freuen uns über unsere Besucher, bedanken uns dafür, dass Sie uns folgen. Wir werden mit vielen spannenden Beiträgen in die neue Saison starten. Das Banat-Tour Team wird auch in schwierigen Zeiten, seien sie durch Corona, den Krieg in der Ukraine oder andere Widrigkeiten geprägt, den Kurs halten und Logbuch führen. Gemäß des Zitats aus einer Rede des Römischen Senators Caius Titus, das sprichwörtlich wurde, verfliegen die gesprochenen Worte, doch das Geschriebene wird bleiben. Das gilt auch für den Blog unserer Banat-Tour.

Ein Motivationsbuch für Musiker, aber auch für die Frage "könnte ich wohl eine erfolgreiche Bloggerin werden" von Freddy Stauber

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