Banater Literaturseminar im Heiligenhof unter dem Motto “Es führt (k)ein Weg zurück”
- Astrid Ziegler

- vor 19 Stunden
- 9 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 7 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,geschätzte Teilnehmende an unserem Banater Literaturseminar, liebe Autorinnen und Autoren, es ist mir eine besondere Ehre, heute zum ersten Mal in dieser Rolle zu Ihnen sprechen zu dürfen, um den Startschuss zu dem schon traditionsreichen Banater Literaturseminar in Bad Kissingen zu geben. Wir bedanken uns für die herzliche und gastfreundliche Aufnahme im Heiligenhof in der Akademie Mitteleuropa und besonders bei dem Studienleiter Gustav Binder, dem “spiritus rector” des Hauses, in das wir immer gerne zurückkehren. Ich danke Prof. Anton Sterbling, dem Initiator und Gestalter der Vorgängerveranstaltungen, der mir die Konzeption dafür überlassen hat, für das Vertrauen und freue mich sehr, dass er heute an meiner Seite in unserer Mitte ist.
I. Rumäniendeutsche Literatur und das Motto “Es führt (k)ein Weg zurück”
Wir befinden uns hier in einem Raum, in dem wir einerseits konkret zu lokalisieren sind, in der Bundesrepublik, in Bayern in einem Tagungszentrum, das sich der historisch-politischen und kulturellen Bildung gewidmet hat. Hier befassen wir uns dieses Wochenende mit Literatur, die sich einerseits zwischen bestimmten Koordinaten von Herkunft und Identität verortet, die aber auch losgelöst von Zeit und Raum an Orte entführt, die es nicht mehr gibt und doch gibt.
Da von den Referenten bis auf zwei alle aus Rumänien stammen, steht im Raum auch der Terminus “rumäniendeutsche Literatur”. Entstehung und Unschärfe dieses Begriffs sind bekannt und können in anschließender Diskussion im Rahmen des Seminars auch aufgegriffen werden. Anton Sterbling formuliert in seiner aktuellen wissenschaftlichen Abhandlung, “Donauschwäbische Kultur - Annäherung an Fragen der kulturellen Identität”, die er anlässlich der Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises überreichte über rumäniendeutsche Literatur, dass sie zur “Verortung einer bestimmten Regional -oder Minderheitenliteratur in einem spezifisch zeitgeschichtlichen Kontext …” stehe. Er stimmt jedoch zu, dass der Begriff als kritisch reflektiertes analytisches Konzept, wie von Peter Motzan oder Gerhard Csejka oder z.B. der nachfolgenden Wissenschaftlerin Olivia Spiridon verwendet, ideologisch unbelastet und bis heute sinnvoll verwendbar ist.
Auch bundesdeutsche Germanisten haben diesen Begriff schon länger als wertneutrale, präziseste Arbeitsdefinition angenommen und auch auf in Deutschland geschriebene Texte ausgeweitet, da sie bestimmte thematische, stoffliche und bildungsbestimmte Merkmale enthält. (Peter Motzan, Eduard Eisenburger, René Kegelmann: An den Grenzen des Nichts, dieser Sprache... - Zur Situation rumäniendeutscher Literatur der achtziger Jahre in der Bundesrepublik Deutschland 1995).
Ebenso lässt sich der Terminus auf die im Land verbliebenen deutsch schreibenden Autoren anwenden, die in Rumänien nicht nur biographisch verortet sind, sondern dort auch publizieren und gelesen werden.
Ich möchte den Blick zum Auftakt unseres Seminars weiten und auf ein literarisches Werk aus den Vereinigten Staaten blicken, nämlich den Roman von Thomas Wolfe “Es führt kein Weg zurück”, dessen Titel mich in minimal abgewandelter Form “Es führt (k)ein Weg zurück zum Motto für das Seminar inspirierte.
In Wolfes’ Werk, das in den 30er Jahren entstand, geht es nicht nur darum, dass es nicht möglich ist, nach Jahren der Abwesenheit in einen Heimatort zurückzukehren - der Ort hat sich verändert und die Gesellschaft, nicht zuletzt man selbst ist ein anderer Mensch geworden. Mich hat folgendes Zitat aus dem Roman sehr angesprochen und ich kann mir vorstellen, dass Sie auch viel davon nachvollziehen können:
“You can't go back home to your family, back home to your childhood…back home to a young man's dreams of glory and of fame…back home to places in the country, back home to the old forms of systems of things, which once seemed everlasting, but which are changing all the time…” „Man kann nicht zurück nach Hause zu seiner Familie, zurück in die Kindheit… zurück zu den Träumen eines jungen Mannes von Ruhm und Ehre… zurück in die Heimatorte auf dem Land, zurück zu den alten Systemen und Strukturen, die einst ewig schienen, sich aber ständig verändern…”
Dieses und viele andere Zitate aus dem vor fast einem Jahrhundert in den Vereinigten Staaten entstandenen Werkes zeigen, dass Verlust von Heimat, Verwurzelung und persönlicher Sicherheit Phänomene sind, nicht nur für eine Regional- oder Minderheitenliteratur relevant sind, sondern global durch Zeit und Raum bis in die Gegenwart nachwirken.
II. Die zeitgenössische Banater Literatur – ein Kanon aus verschiedenen Stimmen
Doch lassen Sie uns den Blick wieder verengen und den Fokus auf das Banat richten. Wenn wir über zeitgenössische Banater und rumäniendeutsche Literatur sprechen, betreten wir ein Feld großer Namen. Wir denken an Autoren, die das literarische Bild unserer Region geprägt haben – an jene, deren Werke zwischen Mitteleuropa und Balkan, zwischen Minderheitserfahrung und Weltliteratur oszillieren.
Ich begrüße den großen Horst Samson, ein Schwergewicht, eine mutige liberal-konservative Stimme nach eigener Aussage in einem der Seminare “linker” Herkunft, dem ich in einer Reportage zum letzten Seminar durch die Titulierung als “Lyrikpapst” eine quasi-klerikale Aura verliehen habe.
Prof. Anton Sterbling habe ich in seiner Rolle als langjähriger Organisator der Literaturtagung schon erwähnt, nicht jedoch seine neuesten Lorbeeren. Prof. Sterbling, der frisch gekürte Preisträger des Donauschwäbischen Kulturpreises, ist als Autor seines neuesten Bandes "Gewissheiten heimwärts fliehender Krähen” dabei, dessen Titel perfekt zur Thematik “Heimkehr oder nicht” passt.
Die “Grande Dame” der Banater Literatur”, wie sie schon genannt wurde, Ilse Hehn, hat auch ein neues Buch im Gepäck, das 60 Jahre Kreativität beleuchtet, eine Schaffenszeit die länger ist als die Lebenszeit von so manchem der hier anwesenden Referenten/innen.
Als zu der “alten Garde”, und das ist durchaus anerkennend gemeint, der Schreibenden gehörend, mit der “Aktionsgruppe Banat sympathisierend begrüße ich den aus Siebenbürgen stammenden Initiator des Rolf Bossert Gedächtnispreises Hellmut Seiler, auf dessen Essay “Abschied und kein Ende” wir schon sehr gespannt sind.
Die aus Hermannstadt stammende Schriftstellerin Dagmar Dusil musste leider aus familiären Gründen kurzfristig absagen. Sie lässt alle schön grüßen und möchte beim nächsten Mal gerne wieder dabei sein. Ihr Beitrag wird von Agathe Wolf vorgelesen werden, so dass sie auf diese Weise durch ihren Text auch bei uns sein kann.
Es fügt sich, dass wir auch den Verleger der genannten Schriftstellerinnen und Schriftsteller als Autor unter seinem Künstlernamen “Traian Pop Traian” begrüßen dürfen, der nicht nur die Bücher der Aktionsgruppe, sondern viele andere Stimmen aus Rumänien veröffentlicht sondern auf unserer Tagung eigene Werke vortragen wird.
Ein Stammreferent der Seminare, der im Banat lebende Journalist und Übersetzer Werner Kremm ist diesmal leider nicht dabei, was wir sehr bedauern. Auf seine Empfehlung wird Bastian Kienitz, ein Fotograf und Lyriker zu uns stoßen, der als “Sympathisant”, also ohne Herkunft im Banat, Gewinner des Rolf-Bossert-Gedenkpreises 2022 wurde. In seinen Bild-Text-Kombinationen wird er uns das Banat durch in Reschitza entstandene Fotos auch visuell vor Augen führen.
Zu den Schriftstellern der Aktionsgruppe und den Autorinnen und Autoren rumäniendeutscher Literatur meldet sich seit einigen Jahren eine neue Generation von Schreibenden zu Wort. Es handelt sich um die Generation zwischen Diktatur und Diaspora, oft um von den Eltern zur Zeit des Kommunismus in die Bundesrepublik mitgenommene Kinder und Jugendliche. Bei ihnen, aber auch im Fall der nach dem Umsturz Ausgereisten, standen Kindheit und frühe Jugend noch im Zeichen der Ceauşescu-Diktatur. In ihrem Schreiben wirkt ein Alltag nach, der von der kommunistischen Mangelwirtschaft geprägt war, von Überwachung und Schweigen, wie Katharina Eismann jüngst in einem fulminanten Essay in der Lenauschule im Rahmen der Internationalen Lenau-Gedenktagung, neben der Aufforderung zu selbständigem Denken Widerstand durch Schreiben, dargelegt hat.
In den Texten der neuen Generation äußert sich aber auch ein spezifischer Reichtum der Sprache und des Erlebens durch das Aufwachsen im Schoß der damals noch zahlenmäßig großen deutschen Minderheit des mehrsprachigen und multiethnischen Banats. So fügt zum Beispiel die polyglotte Ich-Erzählerin aus dem Roman “Luftwurzeln” von Edith Ottschowski, die ich hiermit herzlich begrüße, Wörter und Geschichten zu einer Melange aus Deutsch, Rumänisch, Französisch und Italienisch. Das Leben in Rumänien und Deutschland streut in die überbordend swingende Sprache der Protagonistin des Buches Anspielungen auf Jandl, Homer, Heine, Pastior, Bacovia, Hesse und viele mehr und zeugt von umfassendem Wissen.
Schreibende meiner Generation können aber auch vom Aufwachsen ohne ein Elternteil erzählen, weil durch die Ausreisebewegungen der 1970er und 80er Jahre ganze Familien zerrissen wurden. Kinder blieben zurück – bei Großeltern, Verwandten oder gar allein – während Vater oder Mutter oder beide im Westen versuchten, den Neuanfang für ein Leben in Freiheit zu legen. Diese Erfahrung des Getrenntseins, der Leerstelle, des Wartens findet sich zum Beispiel in dem Roman “Die Chamäleondamen”.
Ich begrüße Yvonne Hergane eine Schwester im Geiste, die mir in ihrem Roman in vielen Kapiteln aus der Seele spricht. Das Buch spannt durch den Lebensweg von vier Generationen von Frauen einen Bogen bis zu der Autorin, die noch als Kind in das Deutschland der 80er Jahre kam, hier Abitur machte, studierte und sich dann als Schriftstellerin und Übersetzerin einen Namen machte. Yvonne ist auch eine erfolgreiche Kinderbuchautorin, ein Genre, das man aufgrund der Prägung jugendlicher Leser nicht hoch genug einschätzen kann.
Hier möchte ich mit der Veröffentlichung anknüpfen, die ich anschließend vortragen werde, meinem Essay “Nachts ist eine Kerze heller als die Sonne” zu der Funktion von Jugendliteratur im kommunistischen Rumänien für meine Generation der “mitgenommenen Kinder” in dem ich Sie in die verschiedenen Welten meines damaligen Lieblingsbuches “Nik und Onkel Jonathan” von Erika Hübner Barth mitnehmen möchte.
Die Banater deutschsprachige Literatur ist, wie wir im Lauf des Seminars erfahren werden, kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortlaufendes Gespräch. Es gibt Stimmen, die von verschiedenen generationsspezifischen Erfahrungen künden, von Brüchen und Übergängen, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts auf dramatische Weise hervorgebracht hat. Ich freue mich, dass “cross-border” auch ein in Deutschland geborener Schreibender dabei ist, dessen Herkunftsort im heutigen serbischen Teil des Banats liegt. Thomas Dappers Vater stammt aus Mramorak in der Banater Sandwüste, wo die deutsche Minderheit nicht nur Flucht und Vertreibung, sondern auch Hunger, Tod und bis heute nachwirkendes Leid erfahren musste. Thomas verarbeitet, als, in seinen Worten, zur “Erkenntnisgeneration” gehörend, in seinem Schreiben “ererbte” Erinnerungen und Traumata, die von Verlust aber auch Resilienz zeugen.
Ich freue mich sehr heute zum ersten Mal im Heiligenhof in Bad Kissingen Ana-Maria und Bogdan Dascălu begrüßen zu dürfen, die den weiten Weg aus Temeswar für das Wochenende hier auf sich genommen haben. Beide sind rumänisch-deutscher Herkunft und gehören zu einer jungen Generation hoch qualifizierter deutsch Schreibender, sie studierten in Rumänien und Deutschland, die im Banat unermüdlich die Mehrsprachigkeit und Multiethnizität betonen und verteidigen. Frau Dr. Dascălu, die an der Polytechnischen Universität Temeswar Dozentin für Kommunikationswissenschaft und Übersetzerin ist, wird die Publikation in deutscher Sprache “Beiträge zur Germanistik” vorstellen, die von ihrer Mutter, der bekannten Temeswarer Germanistik-Professorin Dr. Roxana Nubert, ins Leben gerufen und herausgegeben wurde.
Prof. Bogdan Dascălu, der im Fach Komparatistik kürzlich habilitiert wurde, ist als Schriftsteller und Künstler bei uns und wird uns das Vergnügen gewähren, aus einem seiner Bücher zu lesen. Ihre Perspektive als mehrsprachig im Banat Aufgewachsen, gleichermaßen firm deutsch und rumänisch schreibend und einer Generation angehörend, die als Kind die Diktatur noch erlebt hat, wird uns sehr interessieren.
III. Rumäniendeutsche und Banater Literatur als Zugangstor– der Blick zurück, der Blick nach vorn als offener Entwurf
Hier stehen wir also und schreiben wieder und weiter. Rumäniendeutsche und Banater deutschsprachige Literatur ist immer auch Literatur über Identität, wobei Identität potentiell nicht als etwas Starres betrachtet, sondern als Prozess verstanden werden kann – ein Werden, ein Aushandeln, ein Fließen. Es geht dabei um Zugehörigkeit, Grenzerfahrungen, Mehrsprachigkeit, kulturelle Hybridität. Wer bin ich – und wer darf ich sein –, wenn das Land meiner Geburt nicht mehr das Land meines Lebensmittelpunktes ist? Wie verändert sich Identität, wenn Auswanderung oder gar Rückkehr von innerem Wandel begleitet wird?
Es gibt Wege zurück zur rumäniendeutschen Literatur, und zwar auf mehreren Ebenen. Die Frage ist vielschichtig, weil sie zugleich kulturelle, historische und literaturwissenschaftliche Dimensionen berührt. Ich möchte in diesem Zusammenhang drei Aspekte erläutern.
Rückkehr durch Kontextualisierung
Ein Weg zurück zur rumäniendeutschen Literatur führt über eine bewusste Beschäftigung mit den politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen, unter denen sie entstanden ist. Die Literatur der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen ist untrennbar mit der Geschichte Rumäniens im 20. Jahrhundert verbunden: den Erfahrungen der Minderheit im Vielvölkerstaat, den Repressionen des Ceausescu-Regimes, den Praktiken der Securitate sowie der sowohl herbeigesehnten als auch schmerzhaften Aussiedlung in den Westen. Eine erneute Hinwendung zu diesen Werken bedeutet daher auch, nach ihren Entstehungsbedingungen zu fragen: Wie wurde Identität im Spannungsfeld von Anpassung, Widerstand und innerer Emigration gestaltet? Durch diese Kontextualisierung kann die rumäniendeutsche Literatur, statt als nostalgisches Relikt, als lebendiger Teil der Literaturgeschichte wahrgenommen werden.
Rückkehr durch kulturelle Erinnerungsarbeit
Ein weiterer Blick zurück kann durch die aktive Pflege und Wiederbelebung des kulturellen Gedächtnisses entstehen. Literatur tritt dabei in einen Dialog mit anderen Formen der Erinnerung: Oral-History-Projekte bewahren die Stimmen einer Generation, die fast verschwunden ist; Dokumentarfilme, Ausstellungen und Archive machen die Lebenswelten der Banater und Siebenbürger Gemeinschaft visuell und historisch erfahrbar; Literaturtagungen, Podcasts und literarische Blogbeiträge schaffen Raum für kollektive Teilhabe. Diese Aktivitäten ermöglichen eine Rückkehr zur rumäniendeutschen Literatur, indem sie ihr Umfeld sichtbar machen und ihre Geschichten in einen größeren kulturellen Zusammenhang einbetten. So wird Literatur zu einem Zugangstor: Wer sich mit ihr beschäftigt, betritt zugleich ein kulturelles und historisches Terrain, das durch gemeinschaftliche Erinnerungsarbeit am Leben gehalten wird.
Weiterentwicklung durch neue Stimmen, Genres und ästhetische Formen
Obwohl sich die historische Gemeinschaft der Deutschen in Rumänien verändert hat, melden sich literarische Stimmen, die das Erbe dieser Tradition weitertragen - ob in der Bundesrepublik oder in Rumänien. Diese Autorinnen und Autoren arbeiten mit biografischem Material, familiären Erinnerungen und zeitgenössischen ästhetischen Formen. Ihr literarischer Weg vollzieht sich durch Anknüpfen oder Distanzierung und Weiterentwicklung: neue Genres, hybride Schreibweisen zwischen Reportage, Essay und autofiktionaler Prosa, aber auch poetische Reflexionen über Zugehörigkeit und Vertortung. So wird die rumäniendeutsche Literatur nicht musealisiert, sondern in die Gegenwart hinein verlagert: als ein offenes transformierbares kulturelles Narrativ.
Ich möchte nicht abschließen, ohne auf die Autorin zu sprechen zu kommen, die “rumäniendeutsche” Themen, vor allem das der Deportation der deutschen Minderheit in die Sowjetunion durch ihr Buch “Atemschaukel” in der Weltliteratur verankert hat. Die aus dem Banat stammende Nobelpreisträgerin Herta Müller nahm vor zwei Wochen als weitere Auszeichnung in München für ihren Mut und ihre Schreibkunst den Deutschen Kulturpreis entgegen. Die Rede, in der sie in ihrem unverwechselbaren kunstvoll-poetischen Stil über Worte und Sprache zu Zeiten der Securitate-Verhöre sprach, begeisterte das Publikum zu Standing Ovations. Ich möchte daraus den Schluss zitieren, der auf die Bedeutung von Sprachinhalten für die eigene Identität hinweist. Es handelt sich um ein Zitat von Jorge Semprún, mit dem ich hier auch zum Ende kommen möchte: “Nicht Sprache ist Heimat, sondern das, was gesprochen wird.”










Kommentare