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Seminar im Heiligenhof: Die Banater Schwaben und Temeswar 1716–1867

Der Losonczy-Platz zu Temeswar von Ludwig Rauscher in “Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild”, Ungarn (2) Band 9 von Erzherzog Rudolf (1891), koloriert mit KI
Der Losonczy-Platz zu Temeswar von Ludwig Rauscher in “Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild”, Ungarn (2) Band 9 von Erzherzog Rudolf (1891), koloriert mit KI

Banater Stadtgeschichte zwischen Habsburgermonarchie und Moderne - Seminar zu Temeswar und den Banater Schwaben im 18. und 19. Jahrhundert


Vom 13. bis 15. März 2026 veranstaltet die Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen das kulturhistorische Seminar „Die Banater Schwaben und Temeswar 1716–1867. Siedlung, Verwaltung und Identität“. Im Mittelpunkt steht Temeswar als urbanes Zentrum des Banats in der Habsburgerzeit – ein Raum tiefgreifender politischer, sozialer und kultureller Transformation.


Den Auftakt am Freitagabend gestalten Gustav Binder (Bad Kissingen) und Astrid Ziegler (München) mit der Begrüßung der Teilnehmenden. In ihrer Einführung in die Thematik skizziert Astrid Ziegler die historischen Rahmenbedingungen der habsburgischen Banatspolitik und die Bedeutung Temeswars als Verwaltungs-, Militär- und Handelszentrum. Eine bebilderte Führung durch die Temeswarer Altstadt eröffnet anschließend einen anschaulichen Zugang zur Stadtgeschichte und macht die baulichen Zeugnisse der Epoche sichtbar.


Der Samstag beginnt mit einem grundlegenden Beitrag von Prof. Dr. Anton Sterbling (Fürth), der die Herausbildung früher lokaler und regionaler Identitätsvorstellungen in Temeswar und im Banat analysiert.

Prof. h.c. Josef Wolf (Böblingen) widmet sich anschließend Temeswar im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus. Sein Vortrag beleuchtet die demografische Entwicklung, den baulichen Wandel sowie die wachsenden Zentralitätsfunktionen der Stadt im 18. Jahrhundert, die Temeswar zu einem Modell habsburgischer Stadtplanung machten.

Mit dem Beitrag von Marionela Wolf (Böblingen) rückt die jüdische Bevölkerung Temeswars in den Fokus. Unter dem Titel „Von der Toleranz zur Emanzipation“ zeichnet sie die rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der jüdischen Gemeinde zwischen 1716 und 1867 nach.


Am Nachmittag analysiert Dr. Walter Engel (Düsseldorf) Temeswar als literarischen Schauplatz in seinem Vortrag über Banater und Temeswarer Impressionen im ersten deutschen Banat-Roman „Pflanzer und Soldat“ von Karl Wilhelm von Martini. Katharina Kilzer (Wiesbaden) ergänzt diese Perspektive mit einem kulturhistorischen Zugang in ihrem Vortrag zu Temeswarer Geschichten und urbane Legenden aus der Habsburgerzeit.

Anschließend richtet Prof. Dr. Rudolf Gräf (Klausenburg) den Blick auf die Bergstädte des Banats und deren wirtschaftliche sowie kulturelle Bedeutung. Den Abschluss des Samstags bildet der Vortrag von Dr. Sandra Hirsch (Temeswar), die sich dem Alltag der Kaufleute im habsburgischen Temeswar des 18. Jahrhunderts widmet.


Der Sonntag schlägt eine Brücke in die Gegenwart: Honorarkonsul Herr Péter Tamás (Temeswar) stellt die Arbeit der Asociația Bastion–Várbástya vor und reflektiert das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart im heutigen kulturellen Gedächtnis der Stadt. Dr. Alfred Zawadzki (Reutlingen), Vorsitzender der HOG Temeschburg beschließt das Vortragsprogramm mit einem kunsthistorischen Beitrag zum Temeswarer Barock seiner Malerei, der das architektonische Erbe der Stadt in eindrucksvoller Bildsprache festhält. Eine Abschlussdiskussion mit allen Mitwirkenden und Teilnehmenden bietet Raum für Austausch, Vertiefung und Vernetzung.


Das Seminar wird gefördert durch das Kulturwerk Banater Schwaben e. V. aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und richtet sich an historisch Interessierte, Mitglieder der Banater Gemeinschaft sowie an ein kulturgeschichtlich aufgeschlossenes Publikum.


Bildungs- und Begegnungsstätte Der Heiligenhof, Bad Kissingen heiligenhof.de


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