Mit Hörbuch durchs Wintermärchen


Heute Morgen konnte ich endlich Isabel erreichen. Als ich anrief, befand sie sich gerade am Fahrrad, auf dem Heimweg von ihrer Nachtschicht aus dem Krankenhaus, in dem sie als Ärztin tätig ist. Mein ursprüngliches Anliegen war, sie zu bitten nachzusehen, ob sie für die geplante Ausstellung noch Glückwunschkarten von Gabriela findet. Doch bald kamen wir auch auf diesen Blog samt Homepage und das entstehende Buch zu sprechen.

Ich erzählte ihr, dass ich über all die Themen, die in meiner Familie immer wieder eine Rolle spielen, wie unsere Auswanderung aus dem Banat, aber auch über die Schicksale vorheriger Generationen durch Krieg und Deportation, geschrieben habe. Sie zeigte schnell Interesse, und wie zum Spaß begann ich zuerst das Kapitel ”Heimat” zu lesen, dann “Baubeschreibungen” und während sie durch immer stärker wirbelnden Schnee von Wiesbaden, wo sie arbeitet, nach Hause nach Mainz radelte, fuhr ich fort mit “Dekathlon in Russland”. Als sie schließlich in ihrer Wohnung ankam, hatte sie auch die Kapitel über meine Ausreise und die “mărţişoare” gehört. Also eine kleine Lesung auf der verschneiten Heimfahrt, nur unterbrochen durch den Kauf ihres Frühstücks und meine immer wieder eingeschobenen Ermahnungen ja vorsichtig zu fahren.

Meine kritische und sprachbegabte Tochter fand das, was ich ihr vorgelesen hatte, spannend, ihre Ermunterung “Mach das Mama, das wird gut!”, bedeutet mir sehr viel. Schließlich meinte sie: “Cool Mama, das war ja jetzt wie ein Hörbuch!”





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