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Geschichten und Schach


Die Figuren sind aufgestellt und warten auf ihren Einsatz im "Kampf um Temeswar 1551-52"

In München studierte ich mittelalterliche Geschichte am Lehrstuhl von Professor Dr. Stefan Weinfurter, wo ich wissenschaftliches Arbeiten lernte, mit Methodik und Quellenstudium vertraut gemacht wurde. Was mich aber an meinem Mentor, Prüfer und späteren Chef am meisten beeindruckte, war neben seinem charismatischen Auftreten die Fähigkeit uns, seine Studenten, zu begeistern. Er und andere Geschichts-Professoren seiner Generation machten das vorher doch noch sehr verstaubte Fach der mittelalterlichen Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich durch Ausstellungen, Vorträge, Publikationen und historischen Dokumentationen im Fernsehen.


Nach meiner Tätigkeit an der Uni hatte ich als städtische Gästeführerin in München die Gelegenheit mein Wissen an unterschiedliche Bevölkerungsschichten weiter zugeben.

Dabei ist es für den Vermittler der Historie jedoch sehr wichtig, um Instrumentalisierung zu erkennen und zu vermeiden, eigene methodische Kompetenzen zu entwickeln. Dazu müssen einerseits verschiedene Quellen, abweichende Darstellungen und gegensätzliche Botschaften zu gleichen historischen Phänomenen gründlich berücksichtigt werden. Andererseits sollten Historiker um Neutralität bemüht sein, nicht werten oder moralisieren. Gleichzeitig sollen sie sich darüber bewusst sein, dass es keine “eunuchische Objektivität” angesichts der dargestellten Themen gibt. Wer sich mit Geschichte beschäftigt, hat immer Ziele oder Zwecke. Historie ist ein geistiges Konstrukt, das in eine Erzählung gegossen immer abhängig davon ist, wer die Narration vermittelt, oder salopp gesagt die Story rüber bringt.

Trotzdem eröffnet die Kenntnis der Vergangenheit das Verständnis der Gegenwart und ermöglicht dadurch Zukunft.


Zum besseren Verständnis dieser trotz Vereinfachung doch sehr theoretischen Überlegungen, haben wir in unserer Banat-Tour das Bild des Schachspiels gewählt, wie schon im Beitrag zum ungarischen Thronstreit (siehe Link Eine Burg im Spiel der Könige)

Wir recherchieren gründlich schriftliche und bildliche Quellen verschiedener Seiten und Parteien, anhand derer wir eine eigene narrative Struktur entwickeln, genauer gesagt ein Video. Aus historischen Gegnern werden bei uns unterschiedliche Parteien in einem strategischen Spiel wie beim Schach. Im Spiel der Könige sind unterschiedliche Wertigkeiten der Figuren vorhanden. Das kann man im übertragenen Sinn auch als Spiegel der gesellschaftlichen Hierarchie betrachten. Vom König bis zu den Bauern hat jede Figur ihre Rolle.

Das Schachspiel stellt einen Mikrokosmos dar, der seit Jahrhunderten weltweit bekannt ist, Kulturen verbindet und sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Wir möchten es für unsere Geschichten zum besseren Verständnis metaphorisch nutzen. Es treten dabei Parteien gegeneinander an, ohne dass weiß für gut oder schwarz für böse steht. Zuschauer bekommen so über das Bild des Spiels einen objektiven Überblick.


Die Figuren für eine neue Partie sind auf dem Banater Spielfeld schon aufgestellt und warten auf ihren Einsatz im "Kampf um Temeswar 1551-52".

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